ÜBER UNS – GOLDSCHMIEDE UND JUWELIER ADAM

Adam Schmuck in Hagen und was uns ausmacht.

Gegründet von Oskar Willi Adam im Jahr 1959 in Hagen. So in etwa fangen viele Firmen Beschreibungen an. Und so langweilig wie der erste Satz gehen diese in der Regel auch weiter. Da aber Lageweile nicht zu Adam Schmuck passt fangen wir hier etwas früher an, beim Gründer der Goldschmiede – Oskar Willi Adam.

Oskar W. Adam oder kurz Oskar Adam wurde in Brieg (unweit Breslau) 1932 geboren. Es muss nicht erklärt werden das die Nachkriegszeit – Oskars Jugend – stark beeinflusst hat. In einem vom Krieg schwer beschädigten Landstrich war die Kindheit nicht unbedingt leicht.

Als er um die zehn Jahre alt war machte er die Bekanntschaft eines Soldaten im Ort. Dieser durch den Krieg verstümmelt, zeigte Oskar etwas ganz besonderes. Wie man aus einer Münze einen Ring machte.

Dazu nimmt man die Münze, treibt ein Loch hinein. Danach stülpt man sie mit einem Dorn um. Mit einem Hammer das Ganze zu einem Ring getrieben und schon hat man einen selbst gemachten Ring. Soweit die Theorie. Es dauerte einige Zeit bis der kleine Oskar diese Technik beherrschte.

Da damals die Münzen nicht aus Gold oder Silber waren – sondern aus recht minderen Legierungen war das mitunter sehr viel harte Arbeit. Denn man muss wissen das Gold oder Silber einfacher zu Treiben sind als Stahl oder Metall. Vor allem musste Oskar das Ganze ohne Hilfsmittel wie Brenner oder Heizeinheiten machen.

Stolz erzählt Oskar Adam heute noch wie er mit einem Ring zum Bäcker gelaufen ist und diesen gegen ein paar Brötchen getauscht hat. Schnell lernte der Junge wie man mit Handwerkskunst über die Runden kommt. Was nutz einem das beste Talent, wenn es keiner zu sehen bekommt?

Nach der Ausweisung zogen die Adams nach Wiedenbrück-Langenberg. In dem kleinen Städtchen musste man wieder von Neuem starten. Zumal die Zeit gekommen war das Oskar eine Lehre beginnen sollte, er war ja schon dreizehn. Da Oskar Adam spaß am Handwerk hatte und seine Mutter dieses Talent erkannte wurde eine Lehrstelle gesucht.

Die Lehre in den 40er Jahren

Bei einem Ehemaligen Offizier und Goldschmiedemeister aus Oberschlesien wurde Oskar Adam dann eingestellt oder besser gesagt „er wurde angenommen“. Das einzige Problem bei der Lehre war, das sein Meister in den Kriegswirren seinen Meisterbrief verloren hatte. Das bedeute das er nicht Ausbilden durfte, die Handwerkskammer hat da ganz klare Vorschriften. Da die Wiederbeschaffung des Meisterbriefes fast zwei Jahre dauerte konnte Oskar nicht als Lehrling eingeschrieben werden. Somit hat Oskar Adam keine üblichen drei, sondern fünf Jahre als Lehrling verbracht.

Warum ist die Lehrzeit so wichtig? Anders als heute bekamen Lehrlinge in dieser Zeit kein Geld für Ihre Arbeit. Und wie oben schon geschrieben, war sein Ausbilder nicht nur Goldschmiede Meister, sondern auch Offizier. Das hieß für Oskar Adam schnell, gut und effizient zu arbeiten. Und wenn das mal nicht der Fall war, gab es kein Gespräch wie Heute, sondern auch mal einen hinter die Löffel. „Das war halt damals so.“ Erzählt Oskar Adam mit einem Augenzwinkern.

Nach der Lehre ging es weiter. Weiter nach Mayen in der Eifel. Das kleine Städtchen überzeugte Oskar Adam nicht nur durch die schöne Innenstadt, sondern auch die schönen Frauen im Ort taten es ihm an. Mitten in Mayen lernte Adam seine Eva kennen. Zu allem Überfluss kam seine Traumfrau aus dem Ruhrgebiet. In das zog es die Herzensdame auch zurück und Oskar Adam folgte seinem Herzen nach Hagen.

Durch seine Ausbildung, sein Talent und mit einem guten Gesellenbrief fand er eine Stelle beim berühmten Alfred Döner. Das Atelier Dörner war in dieser Zeit weit über die Grenzen des Ruhrgebietes bekannt. Das Kunsthandwerk von Alfred Dörner ist noch heute vielen Hagenern ein Begriff. 1957 machte Oskar Adam seinen Meister und blieb noch einige Zeit bei Alfred Dörner.

Der Grundstein Ende der 50er Jahre

Aber wie in seinem Leben bis her, er musste es selbst schaffen. 1959 startete er mit seiner eigenen Goldschmiede. Adam Schmuck in Hagen war geboren. Es waren sehr interessante Jahre, so beschreibt Oskar seine Anfngszeit in Hagen. Am Anfang verkaufte er aus dem Schlafzimmerfenster heraus. Die Wohnung im Parterre der ehemaligen Polizeiwache an Schill-/Ecke Blücherstraße. Heute wäre das unvorstellbar. Das Fenster vom Schlafzimmer wurde zum Schaufenster, die Werkstatt zu ein paar Tischen im Flur. Die Kinder toben um einen herum. Andere haben damals eine Märklin Eisenbahn bekommen, Ingo und Burkhard haben ein Stückmetall und eine Feile bekommen damit Sie dem Vater nachahmen konnten, und auch begeistert wurden.

Ihn als Umtriebig zu bezeichnen wäre untertrieben. Oskar Adam war überall und gerne gesehen. „Oskar kennt jeden – Vom Bänker bis Luden“ witzelt Ingo Adam über seinen Vater. Denn anders als die Goldschmiede seiner Zeit waren seine Designs nicht brav und nach Lehrbuch, sondern anders. Aufregend, interessant, neu und mit Ideen gespickt die es in den 60ziger Jahren einfach nicht gab. Schmuckliebhaber aus dem ganzen Ruhrgebiet kannten bald seinen Namen.

Beginn der 60er Jahre

Das erste richtige Geschäft in der Bachstraße in Hagen.

Das erste richtige Geschäft in der Bachstraße in Hagen.

Es ging in den 60ziger Jahren mit großen Schritten voran. Nicht nur die Goldschmiede wuchs, sondern auch die Familie wurde immer größer. 1963/64 zog das Geschäft endlich in die eigenen vier Wände. Was im Schlafzimmer begann, hatte jetzt ein eigenes kleines Geschäft in der Bachstraße in Wehringhausen. Fernab des Zentrums aber bezahlbar. Oskar Adam tat das was er immer machte, die Not zu Tugend. Also schaltete er Zeitungswerbung mit Slogans wie „Nicht im Zentrum der Stadt, daher preiswerte Goldschmiedearbeiten.“. Damit machte er sich aber nicht nur Freunde. Andere Goldschmiede der Stadt fanden das nicht gut und gingen diese Art der Werbung mit „unlauterer Wettbewerb“ scharf an. Was darin endete das die Werbung etwas angepasst werden musste. Aber aufgeben war keine Option. Auch das wäre heute keinem Gerichtsdiener das Einloggen ins System wert. So ändern sich halt die Zeiten.

1967 unweit der Elberfelder Straße in der Hindenburgstraße – Adam Schmuck! Das war ein richtiges Geschäft was die Familie Adam bezog. Zwei Schaufenster, mit Sitzecke für Kunden, nicht weit der Innenstadt. Das war einer der letzten großen Umzüge der Familie Adam in Hagen. Denn es sollte dort für fast 40 Jahre die Adresse für außergewöhnlichen Schmuck in Hagen sein.

Da es zu dieser Zeit keine Alarmanlagen gab, so wie heute üblich, musste man halt wieder selbst aktiv werden. So schleppte Oskar Adam jahrelang seine Ware jeden Abend nach Hause. Mit einem schweren schwarzen Koffer zu seinem DKW gehend. So werden Ihn abends sicher einige Hagener gesehen haben. Wenn die gewusst hätten was da im Koffer gewesen ist.

Aber warum nicht eine Meldeanlage selbst basteln? Heute würde man einen Rasberry-PI Projekt folgen oder irgendein fertiges Produkt kaufen und wäre dem schönen Schein der Sicherheit erlegen. Nicht in den 60zigern! Durch einen kleinen Unfall bemerkte Oskar, das verschütteter Salmiakgeist mächtig schweren Atem macht und einen fast Handlungsunfähig macht. Ab da stellte er einen offenen Kanister auf einen Schemel hinter die Tür. Wehe dem der diesen umwerfe. Es wäre der Dieb sicher unverrichteter Dinge und mit schwerem Husten von dannen gezogen aber das Familien Gold wäre sicher gewesen. „Heute würde der einen glatt verklagen“ spottet Oskar Adam.

Die 60ziger und 70ziger waren nicht nur von Blumenkindern geprägt, sondern auch von teils zwielichtigen Gestalten. So wurde Oskar das Opfer eines Trickdiebes. Dieser stahl ihm einen kostbaren Ring. Das wäre ja nicht unbedingt schlimm gewesen, wenn es nicht einer seiner eigenen Kollektion gewesen wäre. Wir würden heute die Polizei rufen und hoffen das diese Ermittlungserfolge melden könnten. In den 70ziger Jahren war das anders und gerade mit Oskar Adam macht man sowas nicht. Also zog man sich die Jacke an, fragte einen Bekannten ob er helfen wolle zu suchen und marschiert in die Stadt. Nach einiger Zeit war der Dieb, mittlerweile Umgezogen und unfrisiert, gefunden. Nach kurzer Lagebesprechung erfolgte der Zivile Zugriff – mit Erfolg! Der Ring war zurück der Dieb vertrieben.

Oskar Adam – der Ausbilder – der Meister

Sein Lehrstil lässt sich, in dieser Zeit, kaum richtig beschreiben. Denn wie er gelernt hat, hat er nicht gelehrt. Es gab wenig kreative Grenzen. Alle konnten sich versuchen und probieren, Kreativität und das richtige Handwerk waren wichtiger als strenge Grenzen oder Vorschriften. Oskar selbst sagt „die

Früh übt sich = Ingo Adam in der Väterlichen Werkstatt

Früh übt sich = Ingo Adam in der Väterlichen Werkstatt

müssen auch mal machen“. Und wenn etwas daneben ging, einschmelzen und neu beginnen!  Von seinen fünf Kinder machten vier Ihre Lehre als Goldschmied. Tochter Adam legte sogar noch ein Design Studium nach.

Es gab in den Jahren viele Lehrlinge. Einige die heute selbst erfolgreiche Goldschmieden betreiben. Es gab auch eine die nicht die beste Goldschmiedin war, so Oskar, aber dennoch Weltberühmt wurde. Nena machte in der Goldschmiede Adam ihre Lehre. Goldschmied mit Goldkehle könnte man sagen. Rückblickend Freut sich Oskar aber über jeden einzelnen seiner Lehrlinge und er meint das aus jedem was geworden ist.

Das Zentrum der Stadt wird Erobert

2006 war der Vorerst letzte Umzug direkt ins Zentrum – Die neue Zentrale im Sparkassen Karree. Dieser Umzug stellte nicht nur einen Wechsel des Standortes dar, sondern auch ein Übergang an die zweite

Burkhard, Oskar und Ingo Adam - Zwei Generationen und drei Meister.

Burkhard, Oskar und Ingo Adam – Zwei Generationen und drei Meister.

Generation Adams. Ingo und Burkhardt, beides Goldschmiede Meister übernahmen den Väterlichen Betrieb jetzt komplett. Die neuen Räume sind in allem besser schwärmt Ingo Adam. Wir haben mehr Licht, Klimaanlage, Frischluft und genügend Platz um Kunden zu beraten. Das das Sparkassen Karree in Hagen direkt am Busbahnhof liegt und eine Tiefgarage hat, erwähnt er nur am Rande.

Heute lebt Oskar Adam mit seiner Herzensdame in seiner zweiten Heimat auf Teneriffa. Er werkelt heute noch herum hört man Frau Adam Senior sagen. Aber was will man machen, sagt Sie, das ist sein Leben.

Eva findet Adam

2017 Eva findet Adam – zweites Fachgeschäft. Im Gleichen Haus wird die EVA Trauringwelten eröffnet. Eines der schönsten Trauringstudios in der Gegend. Es war logisch für Ingo Adam. Das Thema Trauringe muss mehr Platz bekommen. Daher haben Ingo und Burkhardt einen mutigen Schritt gewagt. Ein zweites Geschäft nur mit dem Thema Trauringe, Verlobungsringe und Partnerringe. Dort können wir den Kunden die Hochwertigen Hersteller wie Meister, Niessing, egf oder eigenen Kreationen viel besser zeigen als bei Adam. Ingo und Burkhardt haben lange nach dem richtigen Ladenbauer und Designer gesucht der Ihre Wünsche umsetzen kann.

Die dritte Generation steht in den Startlöchern

2018 ist für die Adams ein besonderes Jahr. Denn in diesem Jahr hat Burkhardts Sohn Marco die Lehre als Goldschmied angetreten. Die Dritte Generation ist also schon in Arbeit.

Seit vielen Jahren hat sich Oskar Adam aus dem operativen Geschäft zurückgezogen. Aber dennoch ist der Meister zu jedem Weihnachtsfest dabei. Jeder der Angestellten bekommt eine Kleinigkeit aus der Werkstatt auf Teneriffa. Ein Original Oskar Adam!

Oskar Adam hat mittlerweile nicht nur Meister, sondern er hat von der Handwerkskammer Dortmund den Diamant-Meister-Brief bekommen. Irgendwie passt das ja ganz gut finden Ingo und Burkhardt Adam.

Die Biografie der Goldschmiede Adam wird sicher in den nächsten Jahren noch länger werden.

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